Forschungsgemeinschaft Sachsen e.V.

Der besondere Beleg

Einfacher gewöhnlicher Frankobrief aus Sachsen
nach Dänemark (Herzogtum Holstein)

Beförderung:
DRESDEN
(Hofpostamt) nach KIEL (Herzoglich Holsteinischer Postbezirk) vom 10. VII. 1853. über LEIPZIG - MAGDEBURG - BERLIN und HAMBURG.
Siehe die siegelseitig angebrachten Transitstempel der Kgl. Sächsischen und Kgl. Preußischen Bahnpostämter.

Frankoberechnung:
Der vorliegende Brief ist mit dem für das dritte vereinsländische Entfernungstaxrayon gültigen Satz von 3 Ngr. frankiert, obwohl das Herzogtum Holstein zum Beförderungszeitpunkt (10. VII. 1853) dem Deutsch - Österreichischen Postverein nicht mehr angehörte
.

Hierfür findet sich die folgende Erklärung:
Nach einer Mitteilung des "Herzoglich Schleswig - Holsteinischen Departement der Finanzen" war der "demselben untergeordnete Postverwaltungsbereich seit dem 1. VII. 1850 dem Deutsch - Österreichischen Postvereine angeschlossen". Hierdurch galten die für das Gebiet des Postvereins festgelegten Briefportotaxen auch für den Briefpostverkehr zwischen dem Herzoglich Holsteinischen und dem Kgl. Sächsischen Postbezirk.

Durch die politische Entwicklung im Raume Schleswig - Holstein bedingt, wurde zunächst im Zusammenhang mit der Besetzung Schleswigs durch Dänemark dessen Postverwaltung ab September 1851 dem Kgl. Dänischen Postbezirk einverleibt. Bezüglich der Herzoglich Holsteinischen Postverwaltung blieb es jedoch zunächst bei einem Zwischenstadium, während dessen das Herzogtum Holstein zwar aus dem Postverein wieder austrat, gleichwohl jedoch die Portogebühren, -Bestimmungen des Postvereins weiterhin angewendet wurden.

Mit einem dann am 19. XII. 1853 abgeschlossenen und mit dem 1. I. 1854 wirksam werdenden Vertrag zwischen der Kgl. Preußischen und der Kgl. Dänischen Regierung wurde auch der Postverwaltungsbereich Holstein dem Kgl. Dänischen Postbezirk eingefügt. Es galten von diesem Zeitpunkt an also auch für die sächsische Korrespondenz nach KIEL für den einfachen gewöhnlichen Brief ein Gesamtporto von 5 Ngr.

In dem erwähnten Preußisch - Dänischen Vertrage hieß es: 'Die Postanstalten haben daher vom 1. k. M. an hiernach allenthalben zu verfahren und dabei insbesondere nicht außer Acht zu lassen, daß durch den gedachten Vertrag das zur Zeit noch bestehende anormale Verhältnis des Herzogtums Holstein zum Deutsch - Österreichischen Postverein, wonach ungeachtet dieses Herzogtum aus dem Verein. geschieden ist, auf die Correspondenz nach und aus Holstein immer noch die Tarif- und Portobezugsbestimmungen des Vereinsvertrags in Anwendung kamen, seine Erledigung findet".

Transitstempel:
Bahnpost LEIPZIG DRESDEN
Bahnpost LEIPZIG MAGDEBURG
Bahnpost BERLIN HAMBURG
Bahnpost MAGDEBURG WITTENBERG
Dänisches Postamt K.D. 0. P. A. HAMBURG