Forschungsgemeinschaft Sachsen e.V.




Der Brief des Monats September 2004

1.7.1850: Beitritt des Königlich Sächsischen Postbezirks in den Deutsch Österreichischen Postverein.

1.12.1851: Beitritt der Freien und Hansestadt Bremen in den Deutsch Österreichischen Postverein.

Mit Beitritt des Königlich Sächsischen Postbezirks zum Deutsch Österreichischen Postverein zum 1.Juli 1850 und der damit verbundenen Einführung der Taxordnung des DÖPV für Briefe aus Sachsen in die Mitgliedstaaten des DÖPV betrug das Franko für den einfachen Brief aus dem Königlich Sächsischen Postbezirk in den III. Taxrayon, wie hier nach Bremen, 3 Ngr.

Diese Taxe hätte erst zu dem Zeitpunkt angewendet werden können, an dem die Freie und Hansestadt Bremen dem DÖPV als Mitglied beitrat. Dieser Beitritt erfolgte aber erst zum 1.12.1851. Damit hätten Briefe aus Sachsen nach Bremen bis zum 1.12.1851 weiterhin nach der Taxordnung des Postvertrages von 1822 zwischen dem Königlich Sächsischen Postbezirk und dem Königlich Preußischen Postbezirk, der die Briefbeförderung aus Sachsen nach Bremen vice et versa im Transit über die preußische Post regelte, taxiert werden müssen. Da aber Preußen bereits zum 1.7.1850 DÖPV-Mitglied geworden war, verlor der Vertrag von 1822 zum 1.7.1850 seine Gültigkeit für den Briefverkehr aus Sachsen über Preußen nach Bremen und die Beförderung sächsischer Briefe über Preußen nach Bremen erfolgte nunmehr nach der Taxordnung des DÖPV vom 1.7.1850.

Nach der DÖPV-Taxe kostete der einfache Brief bis 1 Loth aus Sachsen nach Bremen im preußischen Transit 3 Ngr. – der Doppelbrief 6 Ngr. – der Dreifachbrief 9 Ngr. – der Vierfachbrief 12 Ngr. Betrug das Briefgewicht 4 Loth und mehr, so war der Brief nicht mit der Briefpost, sondern mit der Fahrpost zu befördern (Art.17).

Bis zum 1.12.1851 war damit das Postgebiet der Freien und Hansestadt Bremen gegenüber den Mitgliedern des DÖPV und damit auch gegenüber der Königlich Sächsischen Postverwaltung sogenanntes Postvereinsausland. Aber durch die Anbindung der Bremischen Post über das Preußische Postamt in Bremen an den Königlich Preußischen Postbezirk und damit an den DÖPV wurde ab 1.7.1850 die Brieftaxe des DÖPV für die Briefe zwischen Sachsen und Bremen angewendet.



1851 (8.October) – einfacher Brief aus Leipzig über Preußen nach Bremen. Der Brief wurde über das Preußische Postamt in Bremen an das Bremer Stadtpostamt ausgeliefert, das die Beförderung an den Adreßsaten in Bremen besorgte.

Brieftaxe: 3 Ngr. für Beförderung eines einfachen Briefes in den III. Taxrayon des DÖPV über 20 Meilen.