Der besondere Beleg

Frühest bekannter Brief aus Sachsen nach Australien

Frankogebührenberechnung für den nachfolgenden Brief im offenen Paket über Preußen, Belgien, England über Alexandria: nach den Bestimmungen der Sächs. Post-Verordnung Nr. 966 vom 16.  Juli 1852, dem neuen Postvertrag Preußen mit England und dessen Transitpost. Es bestand Frankozwang oder durfte ganz unfrankiert befördert werden. Teilfrankaturen waren nicht zugelassen.
Abschnitt I: Die National-Korrespondenz betreffend
Abschnitt II: Die Transit-Korrespondenz betreffend
Gewichtsprogression:  gemäß sächs. Postverordnungen Nr. 966 und Nr. 1083 12. Juni 1853: von Loth zu Loth sowohl bis England als auch die Seeportosätze im Transit.

Einfacher Frankobrief bar bezahlt bis zum Bestimmungsort

Beförderungsweg: LEIPZIG 27. Juli 1854 im Transit über Preußen, Belgien, mit der Schiffpost über England, LONDON 31. Juli 1854 mit britischen Schiffen nach ADELAIDE 20. Okt. 1854 in Südaustralien.Beförderungsdauer: 85 Tage; auf Grund der langen Beförderungsdauer ist der Brief um das Kap der Guten Hoffnung befördert wordenDer rote Stempel P. und der rote Paid-Stempel von London weisen auf die vollständige Bezahlung des Briefes hin.

Frankogebührenberechnung:
Vereinsporto                                                                =   3 Ngr. +
Belg. Transit, Seeporto und Britisches Porto intern     =   4 Ngr. = -/4 d
Sachsen bis England                                                    =   7 Ngr. +
Seeporto England bis Australien                                  = 10 Ngr. = 1 sh
Vom Absender bezahlt Sachsen bis Australien             = 17 Ngr. -
Vereinsporto                                                                 =   3 Ngr. 
Weiterfranko                                                                 = 14 Ngr. = 1sh / 4d

Bei der Taxe „2“ (schwarze Tinte) kann es sich nur um ein internes Australisches Porto handeln.

Taxierungen: 17 Ngr. Gesamtfranko (Rötel), 14 Ngr. Weiterfranko (Rötel) = 1sh / 4d (rote Tinte), 2 schwarze Tinte

Frankierungen mit Frankomarken waren in Sachsen erst ab dem 1. Mai 1856 zugelassen. Bis dahin konnte nur nach dem Barfrankierungsverfahren bezahlt werden.