Forschungsgemeinschaft Sachsen e.V.

 

Der Brief des Monats Februar 2005

Ergänzungsporto wegen ungenügender Frankierung (gem.Art. 21 DÖPV 1860)

Der Postvereinsvertrag vom 6. April 1850 regelte im Artikel 19 die Taxierung nicht frankierter Portobriefe oder teilfrankierter Briefe. Im Nachtragsvertrag zum I.Mai 1856 wurde § 19 modifiziert und klargestellt, daß nur noch entsprechend des fehlenden Franko Zuschlagsporto erhoben werden sollte. Im neuen Postvereinsvertrag zum 1.1.1860 wurde das Ergänzungsporto wie folgt geregelt:

1866 - einfacher Brief aus Görlitz im Königlich Preußischen Postbezirk (s. Bahnpost-Über-nahmevermerkGörlitz) in Görlitz in den Briefkasten des sächsischen Bahnpostwagens auf dem Bahnpostkurs DRESDEN-GÖRLITZ eingelegt. Der Brief sollte nach Leipzig in den Königlich Sächsischen Postbezirk, also in den ffl. Taxrayon des DÖPV befördert werden. Der Brief war nur mit 2 Sgr. statt mit 3 Sgr. für einen einfachen Brief in den III. Taxrayon des DÖPV frankiert. Damit war nach Artikel 21 des DÖPV-Vertrages von 1861 ein Ergänzungsporto von 1 Ngr. zu züglich Zuschlagporto von 1 Ngr.= 2 Ngr. EP zu erheben. Die preußischen Marken wurden entsprechend der Bestimmungen des DÖPV-Vertrages von 1861 von der sächsischen Post nicht mit Federzug, sondern mit dem sächsischen Poststempel, also mit dem sächsischen Bahnpoststempel, entwertet.